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GPT-6.1 Terra und Gemini 4 Carbon erklärt: Zwei neue KI-Modelle in einer Woche, und was davon im Büro ankommt

Zwei neue KI-Modelle in einer Woche: GPT-6.1 Terra von OpenAI erledigt den Alltag schneller und steht schon in Langdock. Gemini 4 Carbon von Google findet Sicherheitslücken so gut, dass Google es vorerst zurückhält. Was beide können, was nicht, und was davon im Büro ankommt.

Kevin Donnell Aktualisiert am 04.11.20267 Min. Lesezeit
Illustration: Zwei Kollegen am Schreibtisch betrachten einen kleinen und einen großen blauen Würfel, Sinnbild für die KI-Modelle GPT-6.1 Terra und Gemini 4 Carbon

Kurz gesagt

Zwei neue KI-Modelle in einer Woche: GPT-6.1 Terra von OpenAI und Gemini 4 Carbon von Google. Was sie können, warum Google seins zurückhält, wer sonst noch mitspielt und was davon im Büro ankommt. Stand 29. Oktober 2026.

  • Terraschnell, günstig, liest Bilder und bedient den Computer; seit 27. Oktober in Langdock.
  • CarbonGoogles stärkstes Modell, findet und schließt Sicherheitslücken; vorerst nur für Sicherheitsfachleute.
  • Der neue Tondie Fähigkeit, die Lücken schließt, kann sie auch ausnutzen; deshalb regeln die Hersteller den Zugang.
  • Im Bürofür Mail, Zusammenfassung und Formular reicht das kleine Modell; die Dauerfrage wird, wo neue Modelle mit denselben Regeln auftauchen.

Lange war ein neues KI-Modell ein Ereignis, über das man wochenlang sprach. Inzwischen kommt fast jede Woche eins. Diese Woche sind es zwei: OpenAI, die Firma hinter ChatGPT, hat am 26. Oktober 2026 GPT-6.1 Terra veröffentlicht, ein schnelles, günstiges Modell, das seit dem 27. Oktober auch in Langdock steht. Google hat am 28. Oktober Gemini 4 Carbon vorgestellt, nach eigenen Angaben sein bisher stärkstes Modell, und gibt es vorerst nur ausgewählten Sicherheitsfachleuten in die Hand. Die Ankündigungen stehen bei OpenAI und Google, The Decoder und heise berichten.

Zwei Modelle, zwei Richtungen. Das eine soll billiger und schneller den Alltag erledigen. Das andere findet Sicherheitslücken so gut, dass sein Hersteller es erst einmal zurückhält. Zusammen zeigen sie, wohin die Reise gerade geht.

Was ist eigentlich ein KI-Modell, und warum kommen so viele?

Ein KI-Modell ist der Motor, ChatGPT oder Langdock sind das Auto. Man sieht den Motor nicht, aber er entscheidet, wie gut das Auto fährt. Wer in ChatGPT eine Frage stellt, bekommt die Antwort von einem Modell wie GPT-6.1 Terra. Wer Langdock nutzt, wählt den Motor selbst aus einer Liste.

Die Namen folgen einem Muster. Bei OpenAI steht GPT-6.1 für die Generation, dahinter kommt die Größe: Terra ist das kleine, schnelle Modell, Sol das mittlere, Astra das große Flaggschiff. Google nennt seine Generation Gemini 4 und die Ausgaben nach chemischen Elementen: Argon kam am 13. Oktober, Carbon zwei Wochen später.

Wie schnell sich das dreht, zeigt das Änderungsprotokoll von Langdock, der KI-Plattform aus Berlin, die mehrere Anbieter unter einem Dach bündelt: Seit Anfang September sind dort elf neue Modelle von OpenAI, Google und Anthropic hinzugekommen, mehr als eins pro Woche. Ein Modell, das im Sommer das beste war, steht im Herbst in der zweiten Reihe.

Was kann GPT-6.1 Terra?

GPT-6.1 Terra ist OpenAIs neues kleines Modell für die tägliche Arbeit. Es soll Aufgaben mehr als dreimal so schnell erledigen wie die großen Geschwister GPT-6 Astra und GPT-6.1 Sol und kostet Entwickler über die Schnittstelle laut OpenAI halb so viel wie der Vorgänger GPT-5.6 Terra. Neu ist vor allem, was es mit Bildern und mit dem Computer anstellen kann.

  • Es sieht genauer hin. Terra liest technische Zeichnungen, versteht Diagramme und erkennt, was auf einem Bildschirmfoto los ist. OpenAI nennt als Beispiele Konstruktionspläne, Videoschnitt und das Auslesen eingehender Rechnungen in die Buchhaltung.
  • Es bedient den Computer. Terra füllt Formulare aus, klickt in Programmen und übernimmt wiederkehrende Schreibtischarbeit. Das ist die Grundlage für KI-Agenten, die selbst arbeiten, wie Claude Duet.
  • Es erfindet weniger. In einem Test von OpenAI mit Fragen, die eine KI gezielt zu Fehlern verleiten, lag die Fehlerquote des Vorgängers bei über der Hälfte der Antworten. Bei Terra ist es rund ein Sechstel, wenn man das Modell kurz nachdenken lässt, und wenige Prozent, wenn es länger überlegt.

Nutzen kann man Terra sofort: in ChatGPT in den Tarifen Plus, Pro, Enterprise und Edu, in OpenAIs Programmierwerkzeug Codex und seit dem 27. Oktober in Langdock, dort auf Servern in der EU. Für die schwierigsten Programmieraufgaben empfiehlt OpenAI weiterhin Sol und Astra.

Was kann Gemini 4 Carbon, und warum bekommt es noch niemand?

Gemini 4 Carbon ist Googles neues Spitzenmodell. Es ist für lange, schwere Aufgaben gebaut und besonders gut darin, Sicherheitslücken in Software zu finden, auszunutzen und zu schließen. Genau deshalb bekommen es in dieser Woche nur ausgewählte Fachleute aus der IT-Sicherheit. Alle anderen müssen warten.

  • Es bleibt tagelang dran. Google berichtet von internen Läufen, in denen Carbon über mehrere Tage an einer großen Software gearbeitet hat, Sackgassen erkannte und den Weg zurückfand.
  • Es findet Lücken wie ein Profi. In Googles Tests fand Carbon in rund neun von zehn Fällen eine versteckte Schwachstelle, baute in gut der Hälfte der Fälle einen funktionierenden Angriff darauf und schrieb in sieben von zehn Fällen eine brauchbare Korrektur. So ein Angriffsprogramm heißt im Fachwort Exploit.
  • Es lässt sich schwerer austricksen. Websites und Mails können versteckte Anweisungen enthalten, die eine KI zu etwas verleiten sollen. In einem Test der Firma Gray Swan kam laut Google kein einziger dieser Versuche durch, beim Vorgänger Argon waren es noch wenige.

Weil dieselbe Fähigkeit, die Lücken schließt, auch Lücken ausnutzen kann, geht Google langsam vor: zuerst Sicherheitsfachleute, dann schrittweise Partner über ein Programm namens Fairwind, parallel ein freiwilliges Prüfverfahren der US-Regierung. Für Firmen und Privatleute verspricht Google Carbon „so bald wie möglich“, ohne Datum. Beim Vorgänger Argon lagen zwischen Vorstellung und Freigabe zwei Wochen, schreibt heise.

Die Fähigkeit, die eine Sicherheitslücke schließt, ist dieselbe, die sie ausnutzt. Deshalb gibt Google sein bestes Modell zuerst den Verteidigern.

Was ist das Spannende an dieser Woche?

Spannend ist, dass beide Hersteller dasselbe Problem haben und es verschieden lösen. OpenAI stuft Terra in seiner eigenen Sicherheitsbewertung bei Cyberfähigkeiten auf die Stufe „Kritisch“ ein, veröffentlicht es aber für alle, mit Schutzmaßnahmen im Betrieb. Google hält Carbon zurück und lässt es erst prüfen. Vor einem Jahr war die Frage, ob eine KI Sicherheitslücken finden kann, eine Forschungsfrage. Jetzt ist sie eine Frage der Zugangsregeln.

Das zweite Detail, das ein Laie leicht übersieht: Die beiden spielen in verschiedenen Ligen. Carbon soll nach der Einführungsphase das Vierfache von Terra je Token kosten, so heißen die kleinen Textstücke, nach denen Modelle abgerechnet werden. Dafür liegt Carbon in den meisten Rankings vorn, Terra im Mittelfeld. Für eine Mail, eine Zusammenfassung oder ein Formular reicht ein Modell, das schnell antwortet und wenig erfindet.

Wer macht das noch?

Vier Häuser bauen solche Modelle: OpenAI, Google, Anthropic und Mistral. Jedes hat einen eigenen Schwerpunkt.

  • OpenAI steckt hinter ChatGPT und baut die Familie GPT. Terra ist das Alltagsmodell, Astra das Flaggschiff.
  • Google baut Gemini und steckt es in seine Suche, in Gmail und die Büroprogramme von Google Workspace.
  • Anthropic baut Claude, nach Größe Haiku, Sonnet und Opus. Opus 5.5 liegt laut The Decoder in Programmier-Rankings weiter vor Carbon.
  • Mistral aus Paris ist der europäische Anbieter mit dem Assistenten Le Chat. Mistral bringt seltener neue Modelle und wirbt mit Verarbeitung in Europa.
GPT-6.1 Terra Gemini 4 Carbon
Hersteller OpenAI Google
Vorgestellt 26. Oktober 2026 28. Oktober 2026
Gedacht für schnelle Alltagsarbeit, Bilder, Computer bedienen lange Aufgaben über Tage, Sicherheitslücken finden und schließen
Wer es nutzen kann ChatGPT Plus, Pro, Enterprise, Edu; Codex; Langdock vorerst ausgewählte Sicherheitsfachleute
In Langdock, EU-gehostet ja, seit 27. Oktober noch nicht
Preis je Million Token (Schnittstelle, laut Hersteller) 1 $ Eingabe, 5 $ Ausgabe Einführung 2 $ / 10 $, danach 4 $ / 20 $

Wie sieht das im Büro aus?

Ein ausgedachtes Beispiel, gebaut aus dem, was OpenAI als Fähigkeiten von Terra nennt: ein Sanitärbetrieb mit 25 Leuten in Mittelbaden, der Langdock nutzt.

Beispiel: ein Vormittag mit Terra

Die Büroleiterin fotografiert dreißig handgeschriebene Stundenzettel vom Vortag und lädt sie in einen Chat. Sie wählt Terra, weil es schnell ist und Bilder gut liest. Zehn Minuten später steht eine Tabelle mit Mitarbeiter, Baustelle und Stunden da, die sie nur noch gegenliest. Danach lädt der Meister den Grundriss eines Neubaus hoch und fragt, wie viele Meter Rohr eingezeichnet sind. Vor einem Jahr wäre der Plan mit dem Lineal ausgemessen worden.

Carbon kommt in diesem Beispiel nicht vor. Was es besonders kann, ist Arbeit für Entwickler und Sicherheitsteams. Im Büro merkt man davon später etwas, wenn Programme sicherer werden, die man ohnehin nutzt.

Was können die beiden nicht?

Terra erfindet noch immer Fehler, Carbon ist teuer, langsam und für Firmen noch nicht zu haben. Beide Hersteller räumen Grenzen ein, unabhängige Tester haben weitere gefunden.

  • Terra erfindet noch immer. Ein Sechstel Fehler bei kurzem Nachdenken ist besser als der Vorgänger, aber keine Garantie. Wer Zahlen aus einem Dokument braucht, liest gegen. Für schwere Programmieraufgaben verweist OpenAI selbst auf Sol und Astra.
  • Carbon erfindet mehr als sein Vorgänger. Laut dem Testinstitut Artificial Analysis stieg die Quote erfundener Antworten von Argon zu Carbon von 4 auf 11 Prozent, obwohl Carbon mehr Fragen richtig beantwortet. Google selbst sagt, Carbon mache halb so viele unbelegte Behauptungen wie Argon. Die Messungen widersprechen sich, und das ist bei neuen Modellen normal: Jeder misst anders.
  • Carbon denkt lange und teuer. Es verbraucht laut Artificial Analysis mehr als doppelt so viele Rechenschritte wie Argon. Eine Aufgabe aus der Rechtsrecherche dauerte im Test im Schnitt über 50 Minuten.
  • Die meisten Zahlen stammen von den Herstellern. Google hat die Vergleichsmodelle selbst ausgewählt, einige Cyber-Ergebnisse entstanden ohne Schutzmaßnahmen. Unabhängig sind bisher nur die Ranglisten von Artificial Analysis, Vals AI und Arena. Und ob Carbon in Europa über Google Workspace oder Plattformen wie Langdock kommt, sagt Google nicht.

Was heißt das?

Für ein Büro in Deutschland ändert sich diese Woche eine Kleinigkeit und eine große Sache. Die Kleinigkeit: Wer ChatGPT oder Langdock nutzt, hat seit Montag ein schnelleres Modell, das Bilder besser liest. Man muss es nur auswählen.

Die große Sache ist leiser. Wenn alle paar Tage ein neues Modell kommt, wird „Welche KI nehmen wir?“ zur Dauerfrage. Niemand im Betrieb will jede Woche neu entscheiden, welches Modell die Leute nutzen und ob die Daten dabei in Europa bleiben. Interessanter als das einzelne Modell wird deshalb der Ort, an dem die neuen Modelle auftauchen, mit denselben Regeln für alle. Wie sich die Plattformen darin unterscheiden, steht im Beitrag KI-Plattformen für Unternehmen im Vergleich.

Und Carbon? Dass ein Hersteller sein bestes Modell zuerst den Verteidigern gibt, ist ein neuer Ton. Wir bei HÖLL in Baden-Baden verfolgen, wann Carbon für Firmen freigegeben wird, und berichten hier, sobald es so weit ist.

Quellen

  • Google: Introducing Gemini 4 Carbon (28. Oktober 2026) (Primärquelle): blog.google
  • OpenAI: Wir stellen GPT-6.1 Terra vor (26. Oktober 2026) (Primärquelle): openai.com
  • Langdock: Changelog, Eintrag GPT-6.1 Terra (27. Oktober 2026) (Primärquelle für die Verfügbarkeit in Langdock): langdock.com
  • The Decoder: Gemini 4 Carbon: Googles neues Spitzenmodell zielt auf lange Agenten-Workflows und Cyberabwehr (28. Oktober 2026): the-decoder.de
  • heise online: Neues LLM: Gemini 4 Carbon ist Exploit-Experte (28. Oktober 2026, 21:54 Uhr): heise.de
  • BleepingComputer: OpenAI launches GPT-6.1 Terra with 3x faster AI agents, 50% lower pricing (26. Oktober 2026, 16:46 Uhr): bleepingcomputer.com

Stand: 29. Oktober 2026, 09:30 Uhr. Beide Modelle sind neu, Verfügbarkeit und Preise können sich schnell ändern.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen GPT-6.1 Terra, Sol und Astra?

Alle drei gehören zur Generation GPT-6 von OpenAI und unterscheiden sich in der Größe. Terra ist klein, schnell und günstig, Sol das mittlere Modell, Astra das größte und teuerste. Für Alltagsaufgaben reicht Terra, für schwere Programmieraufgaben empfiehlt OpenAI Sol oder Astra.

Kann man Gemini 4 Carbon schon nutzen?

Nach dem Stand vom 29. Oktober 2026 nicht. Google gibt Carbon zuerst ausgewählten Sicherheitsfachleuten und danach Partnern über sein Fairwind-Programm. Einen Termin für Firmen und Privatleute nennt Google nicht, nur „so bald wie möglich“.

Ist GPT-6.1 Terra in Langdock verfügbar?

Ja. Laut dem Änderungsprotokoll von Langdock steht GPT-6.1 Terra dort seit dem 27. Oktober 2026 auf Servern in der EU bereit, in allen Arbeitsbereichen, in denen ein früheres GPT-Modell aktiv war. Administratoren können den Zugriff in den Einstellungen regeln.

Was sind Token?

Token sind die kleinen Textstücke, in die ein KI-Modell Sprache zerlegt, grob eine Silbe bis ein kurzes Wort. Hersteller rechnen die Nutzung über ihre Schnittstelle nach Token ab, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Wer ChatGPT oder Langdock im Abo nutzt, bezahlt einen Festpreis und sieht die Token nicht.

Warum kann eine KI Sicherheitslücken finden?

Weil sie Programmcode lesen und ausprobieren kann wie ein Mensch, nur schneller und ohne Pause. Gemini 4 Carbon fand in Googles Tests in rund neun von zehn Fällen eine versteckte Schwachstelle. Dieselbe Fähigkeit hilft, Lücken zu schließen, und kann sie ausnutzen. Deshalb beschränkt Google den Zugang zunächst.