Arbeitswelten & Büro

Akustikpaneele oder Schallschutzkabine – was passt zu Ihrem Büro?

Akustikpaneele oder Schallschutzkabine? Wer Lärm im Büro reduzieren will, steht schnell vor dieser Frage. Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied, zeigt wann welche Lösung sinnvoll ist – und hilft bei der Entscheidung.

Carolin Höll Aktualisiert am 30.10.20268 Min. Lesezeit
Illustration: Arbeitsplätze mit gelber Akustikwand, daneben eine Telefonbox, in der ein Kollege telefoniert

Kurz gesagt

Akustikpaneele oder Schallschutzkabine? Wer Lärm im Büro reduzieren will, steht schnell vor dieser Frage. Die Antwort hängt davon ab welches Problem gelöst werden soll – und oft braucht es beides.

  • Akustikpaneele verbessern den Raumklang und senken den Nachhall – aber schaffen keine Privatheit
  • Schallschutzkabinen ermöglichen vertrauliche Gespräche und Fokusarbeit im Open Space
  • Gegen Hall helfen Wandplatten der Absorberklasse A oder B, vor allem an Decke und parallelen Wänden
  • ASR A3.7im Mehrpersonen- und Großraumbüro höchstens 0,6 Sekunden Nachhall
  • Die meisten Großraumbüros brauchen beides: Paneele für den Grundpegel, Kabine für Rückzug

Gegen Hall helfen Akustikpaneele an Decke und Wänden, gegen mitgehörte Telefonate hilft eine Schallschutzkabine. Paneele schlucken den Schall im ganzen Raum und senken so den Nachhall. Eine Kabine trennt einzelne Gespräche ab und schafft Vertraulichkeit. Hallt ein Raum und wird dort gleichzeitig viel telefoniert, braucht er beides.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösung zu welchem Problem passt, was die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 an Nachhall erlaubt und woran Sie gute Wandplatten erkennen.

Das Akustikproblem im Büro verstehen

Nicht jedes Akustikproblem ist gleich. Bevor Sie investieren, lohnt es sich zu verstehen, welches Problem Sie eigentlich lösen wollen:

  • Nachhall und Hall: Der Raum klingt dumpf oder hallend. Stimmen überlappen sich, Sprache wird unverständlich. Ursache: zu wenige absorbierende Oberflächen.
  • Direkte Geräuschbelastung: Telefongespräche anderer stören die Konzentration. Ursache: fehlende räumliche Trennung zwischen Kommunikations- und Arbeitszonen.
  • Vertraulichkeit: Gespräche werden von anderen mitgehört. Ursache: kein abgeschlossener Raum für Calls und Meetings.

Akustikpaneele lösen das erste Problem. Schallschutzkabinen lösen das zweite und dritte. Wer beide Probleme hat, braucht beide Lösungen. Wie Akustik in ein ganzes Raumkonzept mit Zonen und Rückzugsorten passt, steht im Ratgeber Akustik im Büro und New-Work-Zonen.

Akustikpaneele: Was sie können – und was nicht

Akustikpaneele sind schallabsorbierende Elemente, die an Wänden, Decken oder als freistehende Trennwände montiert werden. Sie bestehen typisch aus Schaumstoff, Mineralwolle, Holzwolle oder Filz mit textilem Bezug und absorbieren Schallwellen, bevor sie sich im Raum ausbreiten.

Was Akustikpaneele leisten:

  • Nachhallzeit im Raum messbar senken (höchstens 0,6 Sekunden im Mehrpersonen- und Großraumbüro, 0,8 Sekunden im Ein- und Zweipersonenbüro, laut ASR A3.7)
  • Sprachverständlichkeit verbessern
  • Allgemeinen Geräuschpegel dämpfen
  • Gleichzeitig als Raumgestaltungselement wirken

Was Akustikpaneele nicht leisten:

  • Keine Privatsphäre beim Telefonieren – die Stimme ist weiterhin hörbar
  • Kein vollständiger Schallschutz für vertrauliche Gespräche
  • Keine Lösung, wenn der Lärm direkt aus dem Nachbarbereich kommt

Welche akustischen Wandplatten helfen im Büro gegen Hall?

Gegen Hall helfen Wandplatten, die Schall schlucken statt zurückwerfen: Absorber der Klasse A oder B nach DIN EN ISO 11654, also mit einem bewerteten Absorptionsgrad αw von mindestens 0,80. Typische Materialien sind Filz, Mineralwolle, Holzwolle oder Schaumstoff mit Stoffbezug, für Sprache besser einige Zentimeter dick als hauchdünn. Ebenso wichtig wie das Material ist die Fläche: Eine einzelne Platte an der Wand ändert am Nachhall eines ganzen Raums wenig.

Platten der Klasse A (αw ab 0,90) wandeln über 90 Prozent der auftreffenden Schallenergie um. An der Wand gehören sie vor allem dorthin, wo sich zwei harte, parallele Flächen gegenüberstehen – etwa Fensterfront und Rückwand –, denn dort pendelt der Schall hin und her. Die größte Wirkung hat meist die Decke, weil sie die größte freie Fläche im Raum ist.

Illustration: Zwei Kollegen sprechen an einem Tisch vor einer Wand mit blauen Filzpaneelen, der Schall verliert sich in den Platten

0,6 s

So lange darf der Nachhall in einem leeren Mehrpersonen- oder Großraumbüro höchstens dauern, gemessen zwischen 250 und 2000 Hz. Quelle: ASR A3.7 Lärm, BAuA

Praxis-Tipp

Klatschen Sie im leeren Raum einmal kräftig in die Hände. Hören Sie danach deutlich ein Nachklingen oder ein metallisches Flattern zwischen zwei Wänden, fehlen Absorber – und zwar meist an der Decke oder an einer der beiden parallelen Wände. Eine Messung der Nachhallzeit ersetzt der Test nicht, er zeigt aber, wo Sie anfangen.

Schallschutzkabine: Wann sie die bessere Wahl ist

Eine Schallschutzkabine – auch Telefonkabine, Akustikbox oder Phone Pod genannt – ist ein freistehender, vollständig oder weitgehend geschlossener Raum im Raum. Sie schirmt sowohl nach innen als auch nach außen ab: Wer drin sitzt, stört andere nicht – und wird selbst nicht gestört.

Was eine Schallschutzkabine leistet:

  • Privatsphäre für Telefonate und Videocalls
  • Fokusarbeiten ohne Ablenkung
  • Vertrauliche Gespräche ohne Mitgehörtwerden
  • Schutz der Kollegen vor Geräuschbelastung durch den Nutzer

Varianten:

  • Einzelkabine (1 Person): für Telefonate, kurze Calls, konzentrierte Einzelarbeit
  • Doppelkabine (2 Personen): für kurze Gespräche zu zweit, Coaching, vertrauliche Abstimmungen
  • Meetingbox (4–6 Personen): für kleine Meetings ohne eigenen Besprechungsraum

Welche Telefonboxen und Akustikmöbel HÖLL für Büros in der Region liefert und aufstellt, zeigt die Seite Büromöbel für Unternehmen mit Telefonboxen und Akustikpaneelen.

Direkter Vergleich: Paneele vs. Kabine

Akustikpaneele Schallschutzkabine
Hauptfunktion Nachhall reduzieren, Raumakustik verbessern Privatsphäre, Fokus, Vertraulichkeit
Wirkung Raumweit – dämpft den Gesamtpegel Lokal – trennt eine Person/Gruppe ab
Installation Montage an Wand oder Decke Aufstellen, kein Einbau nötig
Flexibilität Fix montiert, schwer umzusetzen Mobil, bei Umzug mitnehmbar
Kosten richten sich nach Fläche, Material und Montage Größe und Ausstattung (Licht, Lüftung, Strom)
Ideal für Großraumbüro, Konferenzräume, Empfang Open Space ohne Rückzugsmöglichkeiten
Vertraulichkeit Nein Ja

Welche Lösung passt zu Ihnen?

Hallt der Raum und sind Stimmen schwer zu verstehen, sind Akustikpaneele die erste Wahl. Wird dort viel telefoniert oder vertraulich gesprochen, braucht es eine Schallschutzkabine. Die typischen Anzeichen für beide Fälle:

Akustikpaneele sind richtig, wenn…

  • Der Raum hallt oder klingt schlecht
  • Sprachverständlichkeit in Meetings ein Problem ist
  • Ein Großraumbüro generell zu laut ist
  • Sie das Budget niedrig halten wollen
  • Keine Privatheitsanforderung besteht

Schallschutzkabine ist richtig, wenn…

  • Mitarbeitende regelmäßig telefonieren oder Video-Calls haben
  • Vertrauliche Gespräche im Open Space stattfinden
  • Kein eigener Rückzugsraum vorhanden ist
  • Fokusarbeit ohne Ablenkung benötigt wird
  • Die Lösung flexibel und mobil sein soll

Wann Sie beide kombinieren sollten

Die meisten Großraumbüros brauchen beides. Akustikpaneele verbessern die allgemeine Raumakustik und senken den Grundpegel. Schallschutzkabinen schaffen die Rückzugsmöglichkeiten, die im Open Space fehlen. Die Kombination ergibt sich fast zwangsläufig, wenn:

  • Viele Personen in einem offenen Bereich arbeiten
  • Telefonate und Fokusarbeit gleichzeitig stattfinden
  • Das Büro hohe Glasflächen oder harte Bodenbeläge hat (verstärken den Schall)

Wie viel Absorptionsfläche ein Raum braucht, gibt Anhang 2 der ASR A3.7 als mittleren Absorptionsgrad vor: Für ein Großraumbüro von 50 bis 200 Quadratmetern sind es 0,3, für ein Ein- oder Zweipersonenbüro bis 20 Quadratmeter 0,15. Wie viele Kabinen nötig sind, hängt davon ab, wie viele Menschen gleichzeitig telefonieren – das zählt man am besten eine Woche lang mit.

Paneele machen den Raum leiser, eine Kabine macht ein Gespräch vertraulich. Wer nur eins davon kauft, löst oft das falsche Problem.

Was kostet akustische Büroeinrichtung im Vergleich zu Decken- und Wandlösungen?

Wandpaneele und abgehängte Deckenelemente werden nach Fläche berechnet, Schallschutzkabinen je Stück. Der Preis eines Paneels hängt von Material, Absorberklasse, Stoffbezug und Montage ab, der einer Kabine von Größe, Lüftung, Licht und Stromanschluss. Eine fest eingebaute Akustikdecke ist ein Bauprojekt, Wandplatten und Kabinen lassen sich dagegen ohne Umbau nachrüsten und bei einem Umzug mitnehmen.

Für die Wirkung zählt weniger das einzelne Produkt als die richtige Fläche an der richtigen Stelle. Deshalb lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf den Raum: Grundriss, Deckenmaterial, Glasflächen und die Zahl der Telefonate. Wie HÖLL Büros in Baden-Baden, Karlsruhe und Rastatt von der Bedarfsanalyse bis zur fertigen Fläche plant, zeigt die Seite Arbeitswelten und Büroplanung bei HÖLL.

Checkliste: Akustiklösung auswählen

Situation analysieren

  • Hallt der Raum oder klingt die Sprache undeutlich? → Paneele
  • Stören Telefongespräche die Kollegen? → Kabine
  • Gibt es vertrauliche Gespräche im Open Space? → Kabine
  • Ist der Grundgeräuschpegel generell zu hoch? → Paneele + Kabine

Planung

  • Anzahl der gleichzeitig Telefonierenden zählen → Kabinenanzahl ableiten
  • Raumgröße und Deckenmaterial prüfen → Paneel-Fläche berechnen
  • Standort für Kabinen festlegen (nicht im Durchgang)
  • Stromversorgung für Kabinen prüfen (Licht, Lüftung)

Fazit

Akustikpaneele und Schallschutzkabinen lösen unterschiedliche Probleme. Wer den Raumklang verbessern will, braucht Paneele. Wer Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten braucht, braucht eine Kabine. Die meisten Großraumbüros profitieren von beidem.

HÖLL berät Unternehmen in Karlsruhe, Baden-Baden und Rastatt bei der Planung – von der Akustikanalyse bis zur fertigen Einrichtung. Sprechen Sie uns an.

Häufige Fragen zu Akustikpaneelen und Schallschutzkabinen

Wovon hängt der Preis eines Akustikpaneels ab?

Akustikpaneele werden nach Fläche berechnet. Den Preis bestimmen Material, Absorberklasse, Stoffbezug, Größe und Montage. Die Wirksamkeit hängt stärker von der belegten Fläche und ihrer Position ab als vom Preis des einzelnen Paneels.

Wie viele Akustikpaneele brauche ich fürs Büro?

Das hängt von Raumgröße und Nutzung ab. Die ASR A3.7 gibt in Anhang 2 einen mittleren Absorptionsgrad vor, für ein Großraumbüro von 50 bis 200 Quadratmetern etwa 0,3. Ein Raumakustiker oder Büroplaner rechnet daraus die nötige Paneelfläche und die beste Verteilung.

Was ist der Unterschied zwischen Schallabsorption und Schalldämmung?

Schallabsorption (Paneele) reduziert den Nachhall im Raum. Schalldämmung (Kabine, Wände) verhindert, dass Schall von einem Raum in den anderen übertragen wird. Beides ist sinnvoll – löst aber verschiedene Probleme.

Wie leise ist eine Schallschutzkabine wirklich?

Das gibt die Sprachpegelminderung nach DIN EN ISO 23351-1 an, die viele Hersteller als Klasse ausweisen. Je höher die Klasse, desto weniger von einem Gespräch dringt nach außen. Fragen Sie beim Kauf nach diesem Messwert statt nach allgemeinen Angaben wie „schalldicht“.

Können Schallschutzkabinen auch bei Umzug mitgenommen werden?

Ja – das ist einer der größten Vorteile. Freistehende Kabinen werden einfach aufgestellt und können jederzeit versetzt oder mitgenommen werden. Keine Eingriffe in die Bausubstanz nötig.

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