Höll Arbeitswelten- und Büro-Ratgeber


Carolin Höll
Aktualisiert: 18. Juni 2026

Open Space Büro: Wann es funktioniert – und wann nicht

Open Space Büros versprechen mehr Kommunikation und Effizienz – scheitern aber häufig an Lärm und fehlenden Rückzugsmöglichkeiten. Dieser Ratgeber zeigt, wann das Konzept funktioniert, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie ein Zonenkonzept beide Welten verbindet.

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Open Space Büro: Wann es funktioniert – und wann nicht

Das Wichtigste In Kürze

  • Open Space Büros steigern Kommunikation und Teamgefühl – wenn sie richtig geplant sind
  • Lärm ist der größte Produktivitätskiller im Großraumbüro: bis zu 86 Minuten Verlust pro Tag
  • Zonenkonzept (Fokus, Kollaboration, Rückzug) löst den Widerspruch zwischen Offenheit und Konzentration
  • Akustikplanung ist kein Extra – sie entscheidet über Erfolg oder Scheitern des Konzepts
  • Mindestens eine Telefonkabine oder Besprechungsbox pro 10 Arbeitsplätze einplanen
Lesezeit: 6 Minuten

Große Fläche, keine Wände, alle sitzen zusammen – das Open Space Büro klingt nach moderner Arbeitskultur. In der Praxis scheiden sich die Geister. Manche Teams blühen auf, andere klagen über Lärm, fehlende Konzentration und sinkende Produktivität.

Dieser Ratgeber zeigt, wann ein Open Space Büro wirklich Sinn macht, welche Fehler Unternehmen bei der Planung häufig machen – und wie Sie die Raumgestaltung so lösen, dass beide Welten funktionieren.

Was ist ein Open Space Büro?

Ein Open Space Büro ist ein Arbeitsbereich ohne feste Raumtrennung. Alle Mitarbeitenden teilen sich eine gemeinsame Fläche – ohne Einzelbüros, häufig ohne zugewiesene feste Arbeitsplätze. Varianten reichen vom klassischen Großraumbüro mit festen Schreibtischen bis zum modernen Activity-Based-Working-Konzept, bei dem sich Mitarbeitende je nach Aufgabe unterschiedliche Zonen aussuchen.

Wichtig: Open Space ist kein Design-Prinzip, sondern ein Organisationsprinzip. Die Möblierung folgt der Arbeitsweise – nicht umgekehrt.

Welche Vorteile bietet das Open Space Büro?

Richtig geplant, hat das Open Space Modell echte Stärken:

  • Kommunikation geht schneller. Kurze Abstimmungen erfolgen ohne Meetings.
  • Fläche wird effizienter genutzt. Open Space mit flexiblen Arbeitsplätzen reduziert Leerstand.
  • Neue Mitarbeitende finden schneller Anschluss. Informeller Austausch senkt Einarbeitungszeiten.
  • Transparenz und Unternehmenskultur. Führungskräfte im selben Raum wirken zugänglicher.

Welche Nachteile hat das Open Space Büro?

Die Nachteile sind mindestens genauso real:

  • Lärm ist der größte Produktivitätskiller. Bis zu 86 Minuten Verlust täglich.
  • Konzentration leidet. Tiefes Arbeiten braucht Stille.
  • Fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Vertrauliche Gespräche sind kaum möglich.
  • Psychologische Belastung. Ständige Beobachtung erzeugt Stress.
Vorteile Nachteile
Schnellere Kommunikation
Kurze Abstimmungen ohne Meetings.
Lärm & Ablenkung
Bis zu 86 Minuten Produktivitätsverlust pro Tag.
Effizientere Flächennutzung
Leerstand reduzieren bei 60–70 % Anwesenheit.
Konzentration leidet
Deep Work kaum möglich.
Schnellere Einarbeitung
Informeller Austausch senkt Einarbeitungszeiten.
Keine Rückzugsmöglichkeiten
Vertrauliche Gespräche schwer umsetzbar.
Zugängliche Führungskultur
Führungskräfte wirken nahbarer.
Psychologische Belastung
Dauerhafter Stress durch Beobachtungsgefühl.

Open Space passt zu Ihnen, wenn…

  • Ihr Team viel kommuniziert und kurze Abstimmungen der Alltag sind
  • Sie Desk Sharing einführen und Fläche sparen möchten
  • Mitarbeitende häufig mobil oder im Außendienst tätig sind
  • Sie eine offene, transparente Führungskultur leben wollen
  • Sie bereit sind, in Akustik und Zonen zu investieren

Eher nicht geeignet, wenn…

  • Große Teile des Teams tiefes konzentriertes Arbeiten benötigen
  • Vertrauliche Daten oder sensible Gespräche den Alltag prägen
  • Kein Budget für Akustik und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden ist
  • Die Belegschaft die Veränderung ablehnt und nicht einbezogen wurde

Open Space oder Einzelbüro: Wann ist welches Konzept richtig?

Die Antwort liegt fast immer in der Mitte. Reine Open Space Umgebungen funktionieren gut für Teams mit hohem Kommunikationsbedarf – Vertrieb, Kundenservice, kreative Teams. Konzentriertes Einzelarbeiten – Buchhaltung, Recht, Programmierung – braucht Ruhe und Rückzug.

Praxistipp: Analysieren Sie, wie Ihre Mitarbeitenden ihren Tag verbringen. Wer 70 % der Zeit alleine am Bildschirm arbeitet, profitiert nicht vom Open Space.

„Wir erleben es immer wieder: Unternehmen investieren in einen schönen offenen Grundriss – und vergessen die Akustik und Rückzugsmöglichkeiten. Das Ergebnis ist ein Büro, das gut aussieht, aber schlecht funktioniert. Eine gute Arbeitsumgebung entsteht nicht durch Möbel allein, sondern durch das Verständnis, wie Menschen tatsächlich arbeiten.“

— Carolin Höll, Geschäftsführerin Höll Office GmbH

Zonenkonzept: Das Beste aus beiden Welten

Moderne Büroplanung löst den Widerspruch durch Zonierung:

  • Kollaborationszone: Offene Tische, Stehtische, Whiteboards.
  • Fokuszone: Ruhige Einzelkabinen für konzentriertes Arbeiten.
  • Kommunikationszone: Telefonkabinen, kleine Meetingräume für 2–4 Personen.
  • Rückzugszone: Informelle Bereiche zum Entspannen.

Ohne Akustikplanung funktioniert kein Zonenkonzept – der Lärm überträgt sich trotzdem.

Was kostet ein Open Space Büro? Planung und Budget

Richtgrößen: 1.500 bis 4.500 Euro pro Arbeitsplatz je nach Qualität. Akustikmaßnahmen: 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Telefonkabinen sind keine Extras, sondern Pflicht.

Kostenschätzung: Wie viel kostet Ihr Open Space Büro?

Anzahl Mitarbeitende:

Ausstattung:

Richtwertkalkulation ohne Gewähr. Akustik und Planungskosten nicht enthalten.

Häufige Fehler bei der Open Space Planung

  • Akustik wird nachträglich gedacht. Schallschutz beginnt in der Grundrissplanung.
  • Zu wenige Rückzugsmöglichkeiten. Mindestens 1 Telefonkabine pro 10 Arbeitsplätze.
  • Einheitslösung für alle Rollen. Buchhalter und Projektmanager brauchen unterschiedliche Bedingungen.
  • Mitarbeitende nicht einbezogen. Veränderung ohne Beteiligung erhöht Fluktuation.

Checkliste: Open Space Planung

Vor der Planung

Grundriss und Zonen

Akustik

Möblierung und Technik

Open Space Büro: Fazit und nächste Schritte

Ein Open Space Büro ist kein Trend der einfach umgesetzt wird – es ist ein Konzept, das zu Ihrer Arbeitsweise passen muss. Wenn Zonenkonzept, Akustik und Rückzugsmöglichkeiten stimmen, entstehen Arbeitswelten in denen Teams produktiver und zufriedener arbeiten.

Höll unterstützt Unternehmen in Karlsruhe, Baden-Baden und Rastatt bei Konzeption, Möblierung und Akustikplanung – vom ersten Gespräch bis zur fertigen Arbeitswelt.

Häufige Fragen zum Open Space Büro

Was kostet ein Open Space Büro pro Arbeitsplatz?

Richtwerte: 1.500 bis 4.500 Euro pro Arbeitsplatz. Akustikmaßnahmen: 20–50 Euro pro Quadratmeter. Telefonkabinen und Besprechungsboxen zusätzlich einplanen.

Wie viele Quadratmeter braucht man pro Person?

Mindestens 8 bis 10 m² nach Arbeitstättenverordnung. Mit Desk Sharing können es effektiv 6–8 m² sein.

Ab welcher Teamgröße lohnt sich Open Space?

Ab 10 bis 15 Personen. Erst ab dieser Größe rechtfertigen Flächeneffizienz und Kommunikationsgewinn den Planungsaufwand.

Wie lässt sich Lärm reduzieren?

Akustikdecken, schallabsorbierende Trennwände, weiche Böden, Telefonkabinen. Maßnahmen müssen von Anfang an geplant werden.

Was ist der Unterschied zum Großraumbüro?

Open Space = Zonen (Fokus, Kollaboration, Rückzug) + flexible Arbeitsplätze + Akustikplanung. Großraumbüro = feste Schreibtische, kein Zonenkonzept.

Wir stellen Dinge her, die besser funktionieren und länger halten. Unsere Produkte lösen echte Probleme mit klarem Design und ehrlichen Materialien.

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