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Höll GmbH
Aktualisiert: 7. August 2026

Druckkosten senken: Was Managed Print Services wirklich bringt

Druckkosten senken mit Managed Print Services: Was MPS wirklich bringt, für wen es sich lohnt und wie die Abrechnung funktioniert.

Das Wichtigste In Kürze

  • Die 30 Prozent kommen aus Follow-Me-Printing, nicht aus günstigerem Toner
  • Die teuersten Posten stehen nirgends: Arbeitszeit fürs Bestellen und nie abgeholte Ausdrucke
  • Schwelle: ab rund fünf Geräten oder 2.000 Seiten im Monat – vertraulicher Druck senkt sie
  • Erst Analyse, dann Angebot – ohne eigenen Seitenpreis ist kein Vertrag zu beurteilen
  • Fast immer vergessen: die Festplatten der Geräte werden bei Rückgabe mitgegeben
Lesezeit: 7 Minuten

Die meisten Unternehmen kennen ihre Druckkosten nicht. Nicht ungefähr – gar nicht. Der Toner läuft über die Bürobedarfsbestellung, die Wartung über eine Technikerrechnung, das Papier über einen dritten Posten, und der Drucker selbst stand irgendwann einfach da. Einzeln sieht jede Position harmlos aus. Zusammengerechnet ist Drucken in vielen KMU der letzte große Kostenblock, den nie jemand geprüft hat.

Managed Print Services (MPS) setzen genau dort an: Ein Dienstleister übernimmt Geräte, Verbrauchsmaterial, Wartung und Support zu einer festen Rate pro gedruckter Seite. Dieser Artikel zeigt, woraus sich die echten Druckkosten zusammensetzen, wo die oft genannten 30 Prozent Einsparung tatsächlich herkommen, ab wann sich MPS rechnet – und wann wir davon abraten.

Was Managed Print Services konkret bedeuten

Managed Print Services heißt: Sie kaufen keine Drucker mehr, Sie kaufen gedruckte Seiten. Der Dienstleister stellt die Geräte, überwacht sie aus der Ferne, liefert Toner nach, wartet und repariert. Abgerechnet wird pro Seite – getrennt nach Schwarz-Weiß und Farbe.

Der Unterschied zum klassischen Druckerkauf liegt weniger im Preis als in der Zuständigkeit. Beim Kauf gehört Ihnen das Gerät und damit auch jedes Problem: leerer Toner, Papierstau, Treiberkonflikt, Ersatzteil nach vier Jahren. Bei MPS liegt all das beim Dienstleister, und Sie sehen am Monatsende eine Zahl.

Wie Höll Managed Print Services für Unternehmen in Karlsruhe, Baden-Baden, Rastatt und Offenburg umsetzt, steht auf der Leistungsseite. Dieser Artikel bleibt beim Grundsätzlichen: woraus sich die Kosten zusammensetzen und wie Sie sie selbst nachrechnen.

Der praktische Effekt ist deshalb organisatorisch, nicht technisch: Druck hört auf, eine Sammlung kleiner Störungen zu sein, um die sich niemand offiziell kümmert.

Was Drucken wirklich kostet

Die Faustregel aus der Praxis: Die tatsächlichen Druckkosten liegen deutlich über dem, was Unternehmen schätzen – weil die Schätzung fast immer nur Toner und Papier umfasst. Die teuren Posten stehen woanders.

Kostenblock Wird meist mitgerechnet Wird meist übersehen
Verbrauchsmaterial Toner, Papier Notkäufe zum Listenpreis, Lagerbestand für Altgeräte, der nie verbraucht wird
Geräte Anschaffung oder Leasingrate Überdimensionierte Geräte in Abteilungen, die kaum drucken
Service Wartungsvertrag Einzelrechnungen für Technikereinsätze, Anfahrt, Ersatzteile
Arbeitszeit – Bestellen, Auspacken, Tonerwechsel, Störungen melden, Rechnungen prüfen
Fehldrucke – Ausdrucke, die nie abgeholt werden – in Farbe, obwohl Schwarz-Weiß gereicht hätte

Der letzte Punkt ist der unterschätzteste. In Umgebungen ohne Druckfreigabe landet ein erheblicher Teil der Ausdrucke nie in einer Hand: doppelt abgeschickt, weil der erste Versuch nicht kam, oder schlicht vergessen. Bezahlt sind sie trotzdem.

So rechnen Sie Ihren eigenen Seitenpreis aus

Bevor Sie ein Angebot vergleichen können, brauchen Sie eine eigene Zahl. Sonst vergleichen Sie einen fremden Seitenpreis mit einem Bauchgefühl. Die Rechnung dauert eine halbe Stunde und braucht vier Werte aus den letzten zwölf Monaten:

  1. Geräte. Abschreibung oder Leasingraten aller Drucker und Multifunktionssysteme.
  2. Verbrauchsmaterial. Toner, Trommeln, Papier – auch die Notkäufe, die über die Bürobedarfsbestellung liefen.
  3. Service. Wartungsverträge plus jede Einzelrechnung für Technikereinsätze, Anfahrt und Ersatzteile.
  4. Arbeitszeit. Wer bestellt, wechselt Toner, meldet Störungen und prüft Rechnungen? Stunden schätzen, mit dem internen Stundensatz multiplizieren.

Diese vier Summen addieren, dann durch die Seitenzahl aus den Gerätezählern teilen – getrennt nach Schwarz-Weiß und Farbe, sonst ist das Ergebnis wertlos. Was herauskommt, ist Ihr echter Seitenpreis.

Zwei Dinge fallen dabei fast immer auf. Erstens liegt die Zahl über der Schätzung, meistens deutlich, weil Arbeitszeit und Servicerechnungen vorher nie mitgezählt wurden. Zweitens sind die Zählerstände nicht greifbar, weil niemand weiß, wo sie stehen – schon das ist ein Befund. Wer sein Druckvolumen nicht kennt, kann es auch nicht senken.

Erst mit dieser Zahl lässt sich beurteilen, ob ein Angebot günstiger ist. Ohne sie kaufen Sie einen Seitenpreis, den Sie mit nichts vergleichen können.

Follow-Me: wo die 30 Prozent herkommen

Die Einsparung von bis zu 30 Prozent, die im Zusammenhang mit MPS genannt wird, stammt nicht aus einem günstigeren Tonerpreis. Sie stammt überwiegend aus einer einzigen Funktion: Follow-Me-Printing mit Authentifizierung.

Das Prinzip ist simpel. Der Druckauftrag geht nicht mehr an ein bestimmtes Gerät, sondern in eine Warteschlange. Ausgedruckt wird erst, wenn sich der Mitarbeitende am Gerät anmeldet – per Karte, PIN oder Ausweis. Daraus folgen drei Effekte auf einmal:

  • Fehldrucke verschwinden. Was nicht abgeholt wird, wird nie gedruckt. Das allein erklärt einen großen Teil der Einsparung.
  • Das Druckverhalten ändert sich. Sobald der Ausdruck einem Konto zugeordnet ist, sinkt der Farbanteil spürbar – ohne dass jemand etwas verbieten muss.
  • Vertrauliches bleibt vertraulich. Personalunterlagen und Patientendaten liegen nicht mehr im Ausgabefach, bis jemand vorbeikommt. Das ist der Punkt, an dem MPS von einer Kostenfrage zu einer Datenschutzfrage wird – DSGVO-konformer Druck ist bei Kanzleien, Praxen und Verwaltungen oft das eigentliche Kaufargument.

Dazu kommt die zentrale Druckverwaltung: Wer wie viel druckt, auf welchem Gerät, in Farbe oder Schwarz-Weiß, wird sichtbar – pro Abteilung, pro Standort. Erst diese Zahlen machen die Flottenoptimierung möglich, die danach kommt.

Was im Servicevertrag steckt

„Managed Print" ist ein Sammelbegriff. Das sind die Bausteine, die in der Praxis dahinterstecken:

  • Analyse. Erfassung aller Geräte, Volumina und Kosten vor dem Vertrag – die Grundlage für alles Weitere.
  • Gerätemix. Multifunktionssysteme, Arbeitsplatzdrucker, Großformat, Labelprinting und RFID – abgestimmt auf das tatsächliche Volumen je Standort.
  • Automatische Zählerstandserfassung. Die Geräte melden ihre Zählerstände selbst. Niemand läuft mehr mit einer Liste durchs Haus.
  • Automatische Tonerbelieferung. Der Toner kommt, bevor das Gerät leer ist – ohne Bestellung und ohne eigene Lagerhaltung.
  • Proaktive Wartung. Fehlermeldungen laufen beim Dienstleister auf, nicht bei Ihnen. Verschleißteile werden getauscht, bevor das Gerät steht.
  • Software. Druckfreigabe, Kostenstellenzuordnung, Scan-Workflows und Archivierung – je nach Umgebung mit Lösungen wie YSoft SafeQ, uniFLOW oder Printix.

Bei der Angebotsprüfung zählt nicht die Länge der Liste, sondern was pro Baustein zugesagt ist. „Wartung inklusive" kann heißen, dass der Techniker kommt – oder dass er auch Ersatzteile und Anfahrt mitbringt, ohne Zusatzrechnung.

Aus der Praxis: vier Projekte

Wie MPS in echten Umgebungen aussieht, zeigt sich an der Größenordnung besser als an Prozentwerten:

  • Glatfelter, Gernsbach: standortübergreifendes Druck- und Scanmanagement an rund 150 Systemen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA – weltweites Follow-Me über SafeQ.
  • Erdrich Umformtechnik: über 150 Systeme in Baden-Württemberg und Thüringen, Konica Minolta und Lexmark mit SafeQ Enterprise Suite – Schwerpunkt Datenschutz, Kostentransparenz und Flexibilität.
  • Casimir Kast, Gernsbach: 64 Lexmark-Systeme und 13 Lexmark-RFID-Printer bei hohem A4-Volumen und hoher Papierstaubbelastung.
  • Badisches Tagblatt, Baden-Baden: 18 Systeme von Konica Minolta und Lexmark.

„Unsere Analyse mit unserem Druckservicepartner Höll ergab, dass sich ein Umstieg auf laserbasierende Systeme aus kaufmännischer Sicht mit einer jährlichen Sparrate von 25 Prozent sowie auch aus technischer Sicht im Hinblick auf den Serviceaspekt lohnen würde."

Christian Oetker-Kast, Geschäftsführender Gesellschafter, Casimir Kast

Bemerkenswert an diesem Fall ist die Reihenfolge: Erst kam die Analyse, dann die Entscheidung über die Technik. Nicht umgekehrt.

Ab wann sich MPS rechnet – und wann nicht

Die übliche Schwelle liegt bei etwa fünf Geräten oder rund 2.000 Seiten im Monat. Das ist aber nur die halbe Antwort – entscheidend ist, wie verteilt und wie vertraulich gedruckt wird.

MPS lohnt sich, wenn

  • fünf oder mehr Geräte im Einsatz sind, oft von verschiedenen Herstellern
  • mehrere Standorte oder Abteilungen versorgt werden müssen
  • vertraulich gedruckt wird – Personal, Patienten, Mandanten
  • niemand im Haus offiziell für Drucker zuständig ist
  • die Toner-Beschaffung regelmäßig Arbeitszeit frisst

MPS lohnt sich nicht, wenn

  • ein oder zwei Geräte mit geringem Volumen reichen
  • fast nur digital gearbeitet wird und Druck die Ausnahme ist
  • gerade erst eine neue Flotte gekauft wurde, die abgeschrieben werden soll
  • die Geräte sehr speziell sind und der Hersteller den Service ohnehin exklusiv erbringt

Der dritte Punkt auf der rechten Seite ist der häufigste. Wer vor zwölf Monaten investiert hat, sollte nicht wechseln, sondern die Analyse machen und den Vertrag für den nächsten Zyklus vorbereiten.

Wie die Umstellung abläuft

  1. Analyse. Alle Geräte, Zählerstände, Verträge und Verbrauchsmaterialien werden erfasst. Ergebnis ist eine Ist-Kostenrechnung pro Seite – bei vielen Unternehmen die erste überhaupt.
  2. Konzept. Vorschlag für Gerätemix, Standorte und Software. Hier entscheidet sich, ob Follow-Me eingeführt wird und wie authentifiziert wird.
  3. Umstellung. Geräte werden getauscht oder übernommen, Treiber und Warteschlangen eingerichtet, Mitarbeitende kurz eingewiesen.
  4. Regelbetrieb. Automatische Zählerstände, automatische Tonerlieferung, ein fester Ansprechpartner, regelmäßiger Kostenbericht.

Der Aufwand auf Kundenseite liegt fast vollständig in Schritt 1 und 2. Die Umstellung selbst dauert je nach Größe wenige Tage.

Checkliste: Anbieter vergleichen

Diese Punkte gehören ins Angebot – schriftlich

Preis und Abrechnung

Leistung

Datenschutz und Vertrag

Der letzte Punkt wird fast immer vergessen: In den Festplatten von Multifunktionsgeräten liegen Kopien von allem, was jemals gescannt oder gedruckt wurde. Wer ein Gerät ohne Löschnachweis zurückgibt, gibt diese Daten mit.

Fazit

Managed Print Services sind selten die Antwort auf ein Druckproblem. Sie sind die Antwort auf ein Kostenproblem, das niemand beziffern kann, und auf ein Zuständigkeitsproblem, das nebenher mitläuft. Der größte Hebel ist dabei nicht der Gerätepreis, sondern die Druckfreigabe – sie senkt Volumen und Farbanteil, ohne dass jemand etwas verbieten muss.

Der ehrliche erste Schritt ist deshalb nicht ein Angebot, sondern eine Analyse: Erst wenn der eigene Seitenpreis auf dem Tisch liegt, lässt sich beurteilen, ob ein Vertrag etwas bringt. Höll betreut Unternehmen in Karlsruhe, Baden-Baden, Rastatt und Offenburg mit Managed Print Services von Höll – von der Analyse über den Gerätemix bis zum laufenden Service. Einen Überblick über das gesamte Portfolio gibt die Seite Drucklösungen für KMU; auf Wunsch laufen Druck, IT und Bürobedarf in einer Abrechnung mit einem Ansprechpartner zusammen.

Häufige Fragen

Was sind Managed Print Services genau?

Ein Dienstleister übernimmt Geräte, Verbrauchsmaterial, Wartung und Support für die gesamte Druckumgebung. Abgerechnet wird nicht pro Gerät, sondern pro gedruckter Seite, getrennt nach Schwarz-Weiß und Farbe.

Ab wie vielen Druckern lohnt sich MPS?

Als Faustregel ab etwa fünf Geräten oder rund 2.000 Seiten pro Monat. Wichtiger als die reine Zahl ist, ob mehrere Standorte versorgt werden und ob vertraulich gedruckt wird – beides verschiebt die Schwelle nach unten.

Wie viel Druckkosten spart Follow-Me-Printing?

Follow-Me mit Authentifizierung senkt die Druckkosten um bis zu 30 Prozent. Der Effekt entsteht vor allem dadurch, dass nicht abgeholte Ausdrucke gar nicht erst gedruckt werden und der Farbanteil sinkt, sobald Ausdrucke einem Konto zugeordnet sind.

Bleiben die Drucker mein Eigentum?

In der Regel nicht – die Geräte werden gestellt. Vorhandene Geräte lassen sich je nach Alter und Zustand aber in den Vertrag übernehmen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn kürzlich investiert wurde.

Wer liefert den Toner, und was kostet er?

Der Toner wird automatisch geliefert, sobald der Füllstand es erfordert, und ist im Seitenpreis enthalten. Eine eigene Bestellung und eigene Lagerhaltung entfallen damit.

Ist Managed Print DSGVO-konform?

Mit Druckfreigabe und Authentifizierung ja: Dokumente werden erst ausgegeben, wenn die berechtigte Person am Gerät steht, und liegen nicht offen im Ausgabefach. Zum Vertrag gehören ein Auftragsverarbeitungsvertrag und eine schriftliche Zusage, dass die Datenträger der Geräte bei Rückgabe gelöscht werden.